Till-Eulenspiegel-Schule Mölln

Konzeption der Offenen Ganztagsangebote

Möllner-Offene-Ganztags-Angebote (MOGA)

Konzept
Das Land Schleswig-Holstein möchte mit der Einrichtung von offenen Ganztagsschulen ganztägig geöffnete Häuser des Lebens und des Lernens entwickeln: „Die neue Lern- und Lehrkultur schafft mehr Zeit zum Lernen. Kinder können mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen stärker individuell gefördert werden.“
Die Stadt Mölln als Schulträgerin und die Schulen

GemeinschaftsschuleAstrid-Lindgren-Schule,Grundschule Tanneck,Marion-Dönhoff-Gymnasium,Till-Eulenspiegel-Schule
auf dem Schulberg haben sich darauf verständigt, diese Entwicklung mit zu tragen und verfolgen ein gemeinsames Leitziel:

Kinder und Jugendliche finden einen Lern- und Lebensort vor, der ihren Bedürfnissen und ihrer Entwicklung entspricht und an dem sie sich gerne aufhalten.

Die Angebote des Möllner Offenen Ganztags sind Bildungsangebote, die als öffentliche Angebote zum Ausgleich der unterschiedlichen Ressourcen, die Familien für Bildung und Erziehung ihrer Kinder verfügbar machen können, verstanden werden. Damit kann die Ganztagsbildung der Vererbung sozialer Ungleichheiten entgegenwirken.
Das Ganztagsangebot füllt neben den anderen schulischen Angeboten die Formel „Bildung ist mehr als Schule“ und „Schule ist mehr als Unterricht“ mit Leben, geht es doch darum, nicht mehr Schule, sondern ein Mehr an Bildung zu realisieren. Ein gebildeter Mensch handelt selbstständig, entscheidet überlegt, übernimmt Verantwortung für sich und andere und verfügt über Gemeinsinn.
Damit bieten die MOGA die Chance zur Veränderung der Bildungslandschaft, indem sie zur Weiterentwicklung eines positiven Schulklimas (z.B. durch Gemeinschaftsveranstaltungen)zur Verhinderung von Ausgrenzung weniger regelkonformer Schülerinnen und Schüler (unter anderem durch Schulsozialarbeit),zur interkulturellen Bildung (z.B. durch Projekttage zu einzelnen Kulturen)zur Anreicherung der Freizeitgestaltung im Ganztag (z.B. durch wechselnde Sport- und Freizeitangebote im Kurssystem), zur Entfaltung emotionaler und schöpferischer Kräfte junger Menschen (z.B. durch die Gemeinschaft mit anderen Kindern und kreative Kursangebote)zur Förderung der Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen und zum Abbau von geschlechterbezogenen Benachteiligungen zur Schaffung von Kommunikationsgelegenheiten für Schülerinnen und Schülerzur Suche nach Alternativen und Antworten zu Themen wie z.B. Orientierungslosigkeit, Ängste, Cliquendruck, Isolation, Langeweile, Konflikte mit Elternund zu Lösungsversuchen für Belastungssituationen wie überfordernden Lernschwierigkeiten in einem den Schülerinnen und Schülern vertrauten und geschützten Rahmen beitragen.

Für ein festes, zuverlässiges und qualifiziertes, nach Möglichkeit schulartübergreifendes Angebot zur Betreuung und Bildung, in dem Synergieeffekte und integrative Aspekte genutzt und gefördert werden sollen, wurden die im Folgenden beschriebenen Strukturen und Inhalte gemeinsam abgestimmt.

► Organisation der MOGA
Die Koordinationskraft organisiert die Angebote in Absprache mit den Schulleitungen.
Sie oder eine Stellvertretung steht während der offenen Angebote als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie leitet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MOGA an.
Die Schulen und die Koordinationskraft gestalten gemeinsam die Angebotsstruktur, entwickeln das Konzept fort, schaffen je nach Bedarf Raum für die Angebote und fördern die Vernetzung des Vor- und Nachmittagsbetriebes. Bestandteile der Vernetzung sind gemeinsame Konferenzen, Hospitationsangebote, gemeinsame Fortbildungen, regelmäßige Treffen von Vertreter/innen aller Schulen und individuell vereinbarte Termine zwischen Lehrer/innen und außerschulischen Fachkräften. Alle Schulordnungen weisen in der Präambel einheitlich für den Vor- und Nachmittagsbereich die gleichen geltenden vier Grundregeln aus:
1. Ich verhalte mich fair.
2. Ich löse Konflikte friedlich.
3. Ich achte fremdes Eigentum.
4. Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.

► Räumliche Organisation
Für die Aktivitäten im Rahmen der offenen Ganztagsangebote werden Räumlichkeiten nach Bedarf und Verfügbarkeit in Absprache mit den Schulleitungen genutzt, z.B.Klassen- und Fachräume SchulhöfeTurnhallen und SportplätzeNach Möglichkeit sollen eigene Räume, wie zum Teil bereits geschehen, für den Ganztagsbetrieb geschaffen werden. Außerschulische Lernorte können zusätzlich genutzt werden.

► Zeitliche Organisation
Die Offenen Ganztagsschulangebote bieten den Kindern von Montag bis Freitag zuverlässige Betreuung von 8.00 bis mindestens15.00 Uhr. Mit Ausnahme der Förderschule sichern die Schulen die Betreuung bis 12.00 Uhr, anschließend findet die Mittagspause mit Essensangebot bis 13.30 Uhr statt. Für Grundschüler gibt es eine Auffanggruppe von 12.00-13.30 Uhr. Die Schüler der weiterführenden Schulen können während der Mittagspause Angebote der Offenen Jugendarbeit auf dem Schulberg annehmen. Grundsätzlich dient die Pause den Kindern dazu, sich nach der Schule zu entspannen, zurück zu ziehen, zu essen und selbst bestimmt die Zeit verbringen zu können. Ab 13.30 Uhr finden dann die Nachmittagsangebote statt.

►Mittagessen
Von Montag bis einschließlich Freitag wird für alle Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte, außerschulischen Fachkräfte und andere ein warmes Mittagessen in der Mensa angeboten. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsschulangebote ist erwünscht und wird deshalb in den jeweiligen Schulkonzepten (z.B. bei der Pausenregelung) aufgenommen. Nach Bedarf essen die Schüler/innen klassenweise mit ihren Lehrer/innen, ebenso soll aber auch altersgemischt am Mittagstisch teilgenommen werden. Es gibt verschiedene Angebote in unterschiedlichen Preisklassen. Organisiert und betrieben wird die Mensa vom Lebenshilfewerk. Das Lebenshilfewerk unterhält in der Mensa zahlreiche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen, was mit dem integrativen Aspekt der Gesamtmaßnahme harmoniert.

Möglichkeiten und Grenzen der Hausaufgabenbetreuung
Die Hausaufgabenbetreuung ersetzt keine Nachhilfe.
In den Hausaufgabengruppen sind jeweils 10 Kinder, betreut von einer außerschulischen Fachkraft. Die Kinder können hier selbständig unter Aufsicht die Hausaufgaben erledigen und haben bei Problemen einen Ansprechpartner.
Hat ein Kind allerdings z.B. erhebliche Defizite, kann es die Hausaufgaben nicht oder nicht richtig lösen, sind die außerschulischen Fachkräfte in Absprache mit den Lehrer/innen gehalten, Tipps zu geben, aber die Arbeitsergebnisse nicht zu verfälschen.
Die Anmeldung in einer Hausaufgabengruppe ist keine Gewähr dafür, dass immer alle Hausaufgaben fertig und richtig sind.
Individuelle Förderung, Kontrolle des Leistungsstandes und die Bereitschaft zu aktiver Zusammenarbeit mit außerschulischen Fachkräften und Lehrer/innen bleibt dabei auch in der Verantwortung der Eltern und ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

► Personelle Besetzung
Um eine fachgerechte Betreuung und Anleitung der Kinder zu gewährleisten, sollen in den offenen Ganztagsangebotenmöglichst hoch qualifizierte Fachkräfte und weiteres pädagogisches Personaleingesetzt werden. Es ist auf eine möglichst hohe Qualifikation der außerschulischen Fachkräfte zu achten. Um den Kindern kontinuierliche Bezugspersonen zu bieten und die Vernetzung mit dem Vormittagsbetrieb zu erleichtern, ist auf eine durchgängige Beschäftigung der Fachkräfte am Nachmittag zu achten.
Nach Möglichkeit bilden die Fachkräfte Teams und unterstützen sich gegenseitig.
Es finden regelmäßig Teambesprechungen statt und es werden Vernetzungen zum Vormittagsbetrieb der Schulen gefördert.

►Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Im Sinne der Kinder ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten des Ganztagsschulsystems zu fördern u.a. mit dem Schulsozialarbeiterdem Amt für Jugend und Familie des Kreises Herzogtum Lauenburg,der Stadtjugendpflege der Stadt Mölln,dem Streetworker der Stadt Mölln,den örtlichen Verbänden und Vereinen.Da derzeit der Betrieb des Vor- und Nachmittages personell nicht überschneidend besetzt ist, liegt die Verantwortung für die Zusammenarbeit gleichermaßen in den Händen der Koordinationsstelle und in den einzelnen Schulen. Kontakte werden nach Bedarf von jeder Seite aufgenommen.

► Inhaltliche Gestaltung der offenen Ganztagsangebote
Das Bedürfnis vor allem jüngerer Schülerinnen und Schüler nach gleich bleibenden räumlichen und personellen Bezügen wird beachtet. Der Beziehungsaspekt zwischen pädagogischem Personal und dem einzelnen Schüler / der einzelnen Schülerin steht im Vordergrund. Eine pädagogische Kraft sollte möglichst oft mit der einzelnen Schülerin / dem einzelnen Schüler arbeiten. Kinder aus einer Klasse mit gleichen Kurswünschen sind möglichst zusammen zu fassen.
Die inhaltliche Arbeit in den offenen Ganztagsangeboten hat folgende Schwerpunkte:Bewegungs- und Sportangebote wie zum Beispiel Sportspaß-KurseSpiel- und Freizeitkurse wie die Bastelgruppe und die NaturwerkstattKulturelle AngeboteQualifizierungHausaufgabenbetreuung als durchgängiges AngebotDie Angebote richten sich auch nach der Nachfrage.
Schülerinnen und Schüler der Eingangsphase (Jahrgangsstufen 1 und 2) werden in einer oder mehreren Gruppen zusammengefasst und erhalten ein eigenes Angebot, das möglichst durchgehend von der gleichen außerschulischen Fachkraft durchgeführt wird.
Ab der Klassenstufe 3 werden die Schülerinnen und Schüler in der Regel schulartübergreifend betreut und können halbjährlich aus dem Kursangebot wählen. Die Arbeit wird regelmäßig durch Befragungen und Erhebungen evaluiert.

►Konzeptionelle Weiterentwicklung
Dieses Konzept ist nicht statisch. Es ist den sich verändernden Bedingungen in der Schullandschaft und den Bedürfnissen der Eltern und Kinder in einem ständigen Prozess anzupassen.